Jahresrückblick 2021

 

Rück- und Ausblick 2021 - 2022

Jeden Freitag erscheint ein neuer Blogbeitrag mit persönlichen Gedanken. Nachdem der 31.12.2021 ein Freitag ist, muss es diesmal natürlich ein Jahresrückblick sein. Es war für uns alle ein besonderes, ein intensives Jahr. Ich bin dankbar. Ja, dankbar.

Obwohl ich selten so viel geweint habe, selten so viel Angst als Dauerzustand erlebt habe, selten so viele Sorgen hatte, die tonnenschwer auf mir lasten, war es ein gutes Jahr.
Die wichtigsten, die wertvollsten, die schönsten Dinge kann man mit Geld nicht kaufen. Das durfte ich erleben. In gewisser Weise war es auch ein Jahr der Entwicklungshilfe.

 

 

Fakten

 

Die Fakten sprechen für sich. Die Fakten sind und waren unumstößlich. Versprechen wurden gebrochen. Mehrfach. Die Wahrheit wurde missbraucht, die Daten geschönt, die Manipulation war und ist an vielen Stellen offensichtlich geworden.

Je nachdem, wohin man seinen Blick wendet, sieht man dies deutlich oder weniger deutlich oder man möchte es auch überhaupt nicht sehen.

Das entscheidet jeder Mensch für sich.

Die Liste der Belege wäre lang. Da allerdings die Entscheidung jeder Person hier im Vordergrund stehen darf, spare ich mir eine Liste zu erstellen.

 

 

Gefühle

 

Die Fakten führten und führen immer noch zu einer veränderten Gemütslage. Das Jahr war geprägt von intensiven Gefühlen. Positiven und negativen Gefühlen. In meinem Leben habe ich noch nie so komprimiert Wut, Trauer, Ohnmacht, Entsetzen, Erstaunen, Existenzängste, Abscheu, Abneigung, Zweifel, Verzweiflung, Angst, Sorgen und sich breit machende Hoffnungslosigkeit erlebt, wie in diesem Jahr.

 

Doch wo Schatten ist, ist auch Licht. Und so wie eine Kerze einen Raum wärmen kann, so stärkten mich auch die positiven Gefühle. Zusammenhalt, Liebe, Güte, Hoffnung, Freundschaft, Zuneigung, Unterstützung, Empathie, Stärke, Kraft, Überzeugungen, Miteinander, Stolz, Menschlichkeit und Wachstum gehörten auch in dieses Jahr.

 

 

Familie

 

Nicht, dass ich es nicht schon vorher gewusst habe. Nicht, dass ich nicht schon vor diesem Jahr unendlich dankbar für meine Familie war. Solange ich meine Familie „haben“ darf, so lange kann gar nichts wirklich schlimm sein. Dieses Gefühl, dass das Zuhause da ist, dass es einen Rückzugsort gibt, wo man weinen, lachen, schreien, diskutieren darf und kann, wo man einander zuhört und wo man bedingungslos sein darf und angenommen wird, ist so unbeschreiblich wertvoll, dass man es nicht in Worte fassen kann.

Und ja, zu meiner Familie zähle ich auch meine Katzen, denn auch diese zeigten mir immer wieder, dass es für sie nicht wichtig ist, welche neue Regel oder Maßnahme gerade gilt, solange der Mensch da ist und einen streichelt. Sei für mich da und alles ist gut. Dann bin ich zufrieden. Ich denke wirklich, dass man von Tieren oftmals viel lernen kann. Und sie bemerken, wenn der Mensch unruhig wird. Wie oft waren diese vierbeinigen Familienmitglieder unruhig und verloren, wenn sie bemerkten, dass wieder Tränen flossen. Wie oft suchten sie erst recht in diesen Momenten die Nähe und trösteten, oder versuchten es zumindest.

 

 

Freunde

 

Dieses Jahr hat mir auch gezeigt, was Freundschaft bedeutet. Also, was sie wirklich bedeutet.

Ich war noch nie ein Influencer, ich war noch nie jemand, der FB-Freundschaften wie Briefmarken gesammelt hat. Nicht die Menge der Personen, die sich Freunde nennen, macht es aus. Auch das wusste ich schon vorher. Auch das hat mir dieses Jahr bewiesen.

Es gibt Menschen, die nennen sich selbst nicht Freunde und verhalten sich aber so. Umgekehrt gilt dies natürlich auch. Gegenseitig hat man sehen und erleben können, wie stark oder schwach die Bande sind, die einen Zusammenhalt offerieren.

 

 

Enttäuschungen

 

Enttäuschungen sind Täuschungen, die aufgedeckt wurden. Bestimmt war ich für viele Menschen, die meinten, mich zu kennen, mich einschätzen zu können, dieses Jahr meinerseits eine Enttäuschung. Das tut mir leid, aber ich werde mich dafür nicht entschuldigen, denn mich trifft keine Schuld. Die Verantwortung hierfür übernehme ich, keine Frage. Doch ist es nicht meine Aufgabe, es anderen Menschen recht zu machen, um mich dabei selbst zu verlieren.

So trifft auch die Personen, die sich anders verhalten haben, als ich es gedacht hätte, keine Schuld. Man hat sich gegenseitig ineinander getäuscht. Das kommt vor.

 

 

Wegbegleiter

 

Ein Stück des Wegs gemeinsam gehen. Sich nicht allein gelassen fühlen. Menschen kennenlernen, die ein ähnliches Wertekonstrukt haben und eine ähnliche Ethik an den Tag legen. Auch das war ein sehr bewegender und wertvoller Bestandteil des Jahres 2021.

Wir wissen nicht, wie lange der Weg ist, den wir gemeinsam gehen, aber für den Moment ist es gut.

 

 

Erkenntnisse

 

Intrinsische Motivation ist der Antrieb, der tief von innen kommt. Was dies bedeutet, war mir klar. Wie sehr diese Motivation Kraft verleihen kann, durfte ich 2021 erleben. Festzustellen, dass man gar nicht anders kann, als für die eigenen Werte einzustehen, ist eine mitunter erschreckende Erkenntnis, weil sie so hell leuchtet, dass man zeitweise geblendet ist.

Da ist etwas, was tief aus dem Inneren kommt und was man nur bedingt steuern oder zurückhalten kann.

Sich für etwas einsetzen und dabei die Werte anderer nicht missachten, auch hier zeigte mir das Jahr 2021, wie schwer das sein kann, aber eben auch, dass es geht.

 

Dankbarkeit

 

Mein Dank gebührt nicht zuletzt meiner „Arbeit“ und all den Menschen, die hier ein Teil davon sind. Die Anführungszeichen habe ich bei dem Wort Arbeit bewusst gesetzt, denn es war meine Seelenoase 2021. Fast täglich hatte ich das Gefühl, dass meine Kraft nur für diesen einen Tag ausreicht. Aber in dem Wissen, dass ich abends mit lieben Menschen lachen, tanzen, trainieren kann, dass ich ihnen etwas geben darf, dass sie es mögen und gerne bei uns sind (ob online oder live), das war mein Anker, mein Strohhalm, meine Tankstelle für die Energie, die ich am nächsten Tag wieder benötigte. Ohne diese Menschen, ohne diese Tätigkeit, ohne diesen Ort der Kraft hätte ich das Jahr nicht überstanden, dessen bin ich mir sicher.

 

 

Ausblick

 

Es ist gut, dass ich nicht weiß, was kommt. Meine Angst ist da und sie wird bleiben.

Meine Sorgen ebenso. Doch solange ich meine Familie, die Wegbegleiter und Freunde, meine Arbeit und meine Katzen haben darf, solange kann es nicht wirklich schlimm werden.

 

Ich danke jeder Person, die sich diese Zeilen zu Gemüte geführt hat und wünsche aus allertiefster Seele, dass alle Personen Glück erleben und Glück bewahren dürfen. Liebe und Gemeinschaft, Seelenheil und Ruhe, Friede und Freundschaft und ein echtes respektvolles Miteinander, das wünsche ich uns allen.

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