Für mich war jetzt nichts Neues dabei

...die Killerphrase in Seminaren


Jeder Seminarleiter und jede Seminarleiterin kennt diesen Satz. In der obligatorischen Feedbackrunde wird er vermeintlich wohlwollend ausgesprochen. Man bedankt sich für die Auffrischung.

Bewährtes hört man meist öfter als einmal

Per se ist daran nichts Verwerfliches. Auch die Seminarleitung darf mit gutem Gewissen das Positive daran sehen. Man hat keinen absoluten Bullshit erzählt. Auch eine andere Seminarleitung hat sich bereits vorher einmal auf diese Erkenntnisse, dieses Wissen bezogen.

Was dahinter steckt

Wieder kommt es darauf an, den gesamten Sachverhalt zu betrachten. Wer sagt einen solchen Satz? Personen mit jahrelanger Erfahrung oder Newcomer, die eventuell noch gar nicht in diesem Bereich arbeiten?
Wurde das Wissen bisher nur gehört oder auch angewendet? Gab es die Möglichkeit, das vermittelte Wissen bereits zu testen?

Wann der Satz zur Ohrfeige wird

Ist dies alles nicht der Fall, so kann man durchaus die Kernaussage vermuten, dass das Seminar langweilig war. Aber warum?

Niemals Frontalunterricht, außer...

Keine Seminarleitung baut heute noch auf Frontalunterricht. Miteinander gestalten, miteinander reden, die Inhalte so gestalten, dass sie auch während einer Schulung auf die Bedürfnisse der anwesenden Personen zugeschnitten werden. Hoch gesteckte Ziele, aber dafür sind wir gute Seminarleiter.

Es kommt nichts

Wenn allerdings keine Frage beantwortet wird, man die Grundregeln der Kommunikation (Frage = Erwartung einer Antwort) erklären muss, jede Gruppenarbeit sabotiert wird und man keine Beispiele aus der eigenen Arbeitserfahrung bringen möchte, dann wird es auch für die engagiersteste Seminarleitung schwer.

Dann bleibt einem nichts anderes übrig

Man muss selbst reden. Man vermutet Wünsche und Bedürfnisse, macht Vorschläge, zieht mehrere Übungen zusammen, nur um nicht erneut gegen eine Schweigewand laufen zu müssen.

Die Feedbackrunde am Ende

Und wenn man dann hört, dass nichts Neues dabei gewesen wäre und in den Feedbackbögen lesen darf, dass die Seminarleitung zu viel geredet hätte, dann möchte man manchmal schreiend in die nächste Kreissäge springen (die meist zum Glück nicht vorhanden ist).

Was einem Auftrieb gibt

Es ist allerdings normal. 9 Seminare kommen super gut an (zum gleichen Thema) und dann gibt es eben solche Konstellationen, wo es nicht so gut passt.
Das nächste Mal dann eben wieder anders!

Masterarbeiten? Die neue Kundenumfrage



Ehrlich gemeinte Frage:

Sind Masterarbeiten und die damit verbundenen Fragebögen eventuell leichter mit der DSGVO in Einklang zu bringen?

Die Forschung ist der neue "gute Zweck"

In letzer Zeit erlebe ich es immer wieder.
Zum Thema X oder Y soll im Rahmen einer Abschlussarbeit, Masterarbeit, Doktorabeit recherchiert werden. Dazu sollen natürlich "Experten" befragt werden. Man möge doch bitte einen Fragebogen ausfüllen.

Nachdem man hier natürlich gerne seine Unterstützung anbietet und sich als betitelter "Experte" auch noch ein wenig gebauchpinselt vorkommt, füllt man den Fragebogen aus. Ehrlich und gewissenhaft. Ist ja für die Forschung, also schon fast für einen guten Zweck.

An Ergebnissen interessiert?

Am Ende des Fragebogens wird man dann gefragt, ob man über die Ergebnisse auf dem Laufenden gehalten werden möchte. Bejaht man das Ganze, folgt nicht viel später - also nur ein paar Monate später - eine weitere Mai in welcher man dann zu einem Seminar eingeladen wird, oder eine Dienstleistung buchen kann oder ein Produkt/ Tool kaufen kann, welches genau zu einem passt.

Wir haben die Lösung

Die Ergebnisse der Studie hätten Punkt 1, 2, 3 oder vier beim Großteil der Studienteilnehmer gezeigt und man hätte nun die Lösung parat.

Entschuldigung, aber das kommt mir doch nicht ganz sauber vor. Wer beendet denn seine Abschluss-, Master-, oder Doktorarbeit in ein paar Monaten (vom Versenden des Fragebogens bis zur Entwicklung eines Tools, welches alle Probleme löst)?

Nachwuchs für den Flughafen

Vielleicht sollten sich diese Personen mal beim Berliner Flughafen bewerben?

Zu viel Sicherheit macht träge

Vetrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Stimmt. "Safety first" ist im Allgemeinen nicht der schlechteste Grundsatz, nach dem es sich vorzugehen lohnt, aber nicht alle Situationen sind eben zu verallgemeinern.

Es gibt Situationen im Leben, in denen macht ein Übermaß an Kontrolle alles kaputt. Immer dann, wenn Vertrauen wichtig ist, passt dies nicht mit Kontrolle zusammen. Man kann im Leben nicht alles planen, kontrollieren - ja noch nicht einmal abschätzen und dennoch wünschen wir es uns oft.

Überbehütet und eingesperrt

Aus lauter Sorge, dass vielleicht etwas passieren könnte, sichern wir alles, überlegen uns, was denn im "schlimmsten" Fall passieren könnte und versuchen für alle Eventualitäten gewappnet zu sein. Und dann kommt Eventualität Nummer 432 und für diese waren wir nicht vorbereitet und deswegen erwischt es uns umso kälter.

Die Metapher aus dem Rechner

Wie es zu diesen philosophischen Gedanken kommt? Der Grund liegt in Computerproblemen. Mein Rechner wollte irgendwann nicht mehr. Trotz aller Maßnahmen war er langsam, entwickelte Probleme, lies sich nicht mehr an- noch ausschalten und ich war ratlos. Über die Jahre habe ich mir kein kleines Wissen angeignet, aber hier kam ich alleine nicht mehr weiter. 
Einer der Gründe - er läuft immer noch nicht rund - war relativ schnell identifiziert: Ich habe einfach zu viel auf der Festplatte.
Und nicht nur dort. Es könnte ja sein, dass die Festplatte irgendwann nicht mehr zugänglich ist, also speichert man es noch auf einem externen Server. Damit man diesen auch immer erreichen kann, verbindet man alles mit der Festplatte, nicht ahnend, dass damit die Kopie der Kopie der Kopie erstellt wird.

Lange Rede kurzer Sinn: Im Wahn dessen, dass Daten abhanden kommen könnten, die für die Arbeit wichtig sind, habe ich diese überhehütet, eingesperrt, doppelt und dreifach gesichert.
Und das machte den Computer voll und langsam. Ich war ein Computer-Feeder, nur mit der Trägheit, die sich daraufhin breit machte, damit konnte ich nicht umgehen.

Und im Zuge des Warten und des Beobachtens sich drehender Zahnrädchen dachte ich mir, dass es eigentlich im "wahren Leben" auch so ist: Wenn man alles absichern möchte, überall alles mithin nimmt, alles in 5facher Ausführung braucht, weil die Eventualität besteht, dass Nummer 1 bis 4 alle gleichzeitig den Geist aufgeben, dann schleppt man eine ganze Menge mit sich herum. Im Ergebnis wird man langsam und träge. Sicherheit ist gut, das Antizipieren von möglichen negativen Folgen auch, die Absicherung vor diesen Folgen ist auch per se nicht zu verachten, aber das Maß der Dinge ist und bleibt wichtig.

Der Angst-Messie

Vor lauter Angst, dass ich vielleicht die Datei aus dem Jahre X und das Foto aus dem Jahre Y irgendwann noch einmal brauchen könnte, habe ich mich - ohne es zu merken - zu einem Angst-Messie entwickelt. Da die Daten sich ja nicht auf dem Boden häufen, fällt das gar nicht so sehr auf. Aber auf einmal kann man sich nicht mehr bewegen, man findet sich nicht mehr zurecht, nimmt sich selbst die Luft zu atmen und dem Computer die Performance.
So kann es auch im realen Leben passieren: Vor lauter Angst, dass man etwas verlieren könnte, was man vielleicht noch brauchen könnte, wagt man nichts, belastet sich mit unnötigen Sicherungskopien, nimmt sich selbst die Freiheit und den Menschen außenherum die Luft zum Atmen und die Möglichkeit zu agieren.


Nicht jede ungenutzte Gelegenheit führt zu Bedauern....

Das einzige, was man bereuen wird, sind die Gelegenheiten, die man nicht genutzt hat


Sehr oft stimmt dieser Spruch, aber eben nicht immer. Manchmal offeriert einem das Leben Möglichkeiten und Gelegenheiten, die man vielleicht als Chance identifiziert, nur um hinterher festzustellen, dass man eine Chance ergriffen hat, sich zu blamieren, sich ins falsche Licht zu rücken, eine Chance ohne Aussicht auf Gewinn.

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Der Moment schillert, die Verführung lockt - wie auch immer diese aussehen mag. Auf A folgt B und es wäre ein Leichtes, den Dingen einfach Ihren Lauf zu lassen, beziehungsweise die Gewissensbremse nicht aktivieren. Sinnsprüche aller Art halten Absolution bereit. "Man lebt nur einmal" (Snoopy sagt schon zu Charlie Brown, als dieser mit leichter Melancholie feststellte, dass man nur einmal leben würde, dass dem nicht so wäre, den man lebe jeden Tag und stürbe nur einmal.)
Was gewinnt man wirklich, wenn man jede sich bietende Gelegenheit nutzt? Bestimmt viel, aber nicht immer versteckt sich hinter der Tür ein wirklicher Gewinn, vielleicht auch nur ein Zonk.
Wenn es wirklich richtig ist, dann schreit unser Bauchgefühl ganz laut "Ja". Wenn es nur flüstert: "Du könntest doch jetzt eigentlich..." - "Was ist denn schon dabei?" - dann macht es Sinn, das Bauchgefühl auf Wiedervorlage zu legen.

Zweite Chancen


Wenn es wirklich richtig ist, dann wird sich dafür auch eine zweite Gelegenheit bieten. Dann wird der Zeitpunkt kommen, an dem das Bauchgefühl nicht nur murmelt und flüstert, sondern selbstbewusst und klar verständlich kommuniziert: JETZT!


Das Gefühl


Richtige Gelegenheiten warten auch manchmal, bis wir den Mut haben, sie zu ergreifen. Richtige, wirklich richtige Gelegenheiten sind nicht immer schnelllebig, sondern gelassen und geduldig. Und diese Gelassenheit kann sich dann auf uns übertragen, wenn wir das Gefühl bekommen, dass wir nicht gehetzt nach sämtlichen unentdeckten Möglichkeiten Aussschau halten müssen, sondern wenn wir wissen, dass sich echte Gelegenheiten pur und blos und gut erkennbar zeigen. Dann legt sich auch unser Zweifel.

Never change a running system?

dieser Spruch ist uns allen wohlbekannt. Wie immer bestätigen auch hier die Ausnahmen die Regel. Etwas Bewährtes und Funktionierendes grundlos zu verändern oder zum Stillstand zu bringen, macht sicherlich wenig Sinn, Voraussetzung dafür bleibt allerdings, dass es bewährt ist und funktioniert, nicht dass es einfach schon immer so gemacht wurde und man es schlicht gewöhnt ist.

Veränderungen machen Angst


Wiederkehrende Routine kann furchtbar eintönig sein, aber auch beruhigend. Mit blinder Sicherheit und ohne den Kopf unnötig zu belasten gehen die einzelnen Schritte wie von selbst vonstatten, fast schon mit schlafwandlerischer Gelassenheit. Keine Aufregung, kein Stress, einfach nur ein Funktionieren. Wie entspannt! Dementsprechend ist es verständlich, dass Unsicherheit, wankende Schritte und Stress nicht die angestrebten Empfindungen sind, die man vorsätzlich herstellen möchte, zumal der Arbeitsalltag mit genug Neuem auf uns wartet. Somit scheint es bei einigen Personen das höchste Ziel zu sein, am besten nichts zu verändern. Gar nichts. Und zwar ganz egal, ob es funktioniert oder nicht.

Frischer Wind


Neue Vorschläge, neue Sichtweisen und frischer Wind kommen meist von Personen, die eine andere Sichtweise haben, die die Dinge anders betrachten, die neues Wissen mitbringen. Das können Personen sein, die als externer Berater dieses neue Vorgehen, diese neuen Perspektiven professionalisiert haben und es sich auch gut bezahlen lassen (ob hier immer alles funktioniert und Sinn macht, kann man dahingestellt sein lassen!).

Neue Ansätze können aber durchaus auch von Personen kommen, die gerade erst mit der Tätigkeit beginnen. Von jungen Leuten, Absolventen, Lehrlingen. Problem hier ist oftmals die mangelnde dezidierte Sichtweise beider Gruppierungen.
Junge Menschen sollen grundsätzlich eine eigene Meinung haben, das Vorgehen der älteren Generation in Frage stellen dürfen und mit einer gesunden Portion Selbstvertrauen gesegnet sein, um beherzt ihren eigenen Weg gehen zu können. Dass hier manchmal der Ton nicht passt, dass Diplomatie und Empathie ebenfalls einem Lern- und Erfahrungsprozess unterworfen sind, muss allen klar sein. Hierarchisch höher stehende Personen (im Unternehmen, im sozialen Umfeld, in der Gesellschaft) haben nicht die Unfehlbarkeit gepachtet. Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem hat grundsätzlich nichts mit eigenstandener Inkompetenz zu tun oder bedeutet, dass bisher alles falsch war.

Was wird hier eigentlich in Frage gestellt?


Ist es das Vorgehen, oder der Mensch an sich? Kritik an einem "running system" kann sehr konstruktiv sein oder vorgetragen werden, oder einfach nur die Haltung "ich bin dagegen" signalisieren. Das ist auf beiden Seiten der Fall. Sich neue Vorschläge nicht anzuhören, weil man grundsätzlich nicht bereit ist zu glauben, dass neue Ansätze eventuell auch bessere Wege aufzeigen können, ist kein Zeichen Überlegenheit, sondern nur von geistig relativ beschränkter Machtausnutzung. Zeit, Zuhören und gute Argumentationslinien sollten neue Vorschläge oder das Ablehnen dieser begleiten. Warum? Diese Frage sollte von beiden Seiten beantwortet werden können, wenn es darum geht, Neues zu probieren oder abzulehnen. Gute Kritik thematisiert die Sache und ist nicht mit einer Ablehnung des ausführenden Menschen gleichzusetzen.

Wie entwickelt sich Fortschritt?


Es kann auch anders gehen. Man muss es probieren. Wertschätzung, Vertrauen, Verantwortungsübertragung lassen Menschen wachsen, geben Selbstvertrauen. Zugeschriebene Rollenkompetenz wirkt identitätsstiftend. Die Rolle der Person, die das "running system" kennt, ist es, die Risiken abzuschätzen. Weder ist es sinnvoll alles kategorisch abzulehnen, was das Bestehende in Frage stellt, nocht macht es Sinn, jeden halbüberlegten Vorschlag begeistert in die Tat umzusetzen, ohne sich der Folgen und Risiken bewusst zu sein. Das mag für den begeisterten Aktivisten auf der anderen Seite zermürbend sein, wenn man sich gefühlt wieder und wieder erklären muss, wenn man das "verkaufen" muss, was doch sonnenklar erscheint, aber dieser Prozess muss von beiden Seiten angestrebt werden.



Knoten lösen – die Verhärtung sitzt innen


Knoten entstehen, wenn alles durcheinander läuft und sich viele Bahnen und Fäden kreuzen, während gleichzeitig der Zug von außen immer stärker wird. Erstmal verwirrt, ist es nicht so einfach wieder klar zu sehen.

Das Wollknäuel der Gedanken

Das trifft auf einen verhedderten Wollknäuel ebenso zu wie auf unser Gedankenleben. Wer hat Schuld daran, dass ein Knoten entstanden ist, ein Knäuel sich bedingender, sich behindernder, sich selbst zerstörender Gedanken? Die, die außen gezogen haben, oder der, der innen nicht achtsam genug für Platz und Raum für die verschiedenen Fäden gesorgt hat?

Schuldfrage

Wie bei einem Knoten ist auch hier beides richtig. Wie bei einem Knoten, kann auch die Lösung der Irrungen und Verwirrungen nur dann von statten gehen, wenn noch genügend freie Fäden vorhanden sind, an denen man ansetzen kann und wenn man Geduld und Fingerspitzengefühl für die Verhärtung im Inneren aufbringt.

Je nach Verworrenheit möchte man manchmal das gesamte Wollknäuel wegschmeißen. Es macht ja doch keinen Sinn, diesen Wust lösen zu wollen. Hinschmeißen oder vom toten Pferd absteigen? Zunächst einmal sollte man sich im Klaren darüber sein, ob man mit den entwirrten Fäden, mit der freigelegten Wolle (den wieder zu benutzenden Ressourcen) überhaupt etwas anfangen will oder kann.
Sicherlich macht es wenig Sinn, wertvolle Zeit in die Entwirrung eines Wollknäuels zu stecken, wenn man bereits vorher weiß, dass die Wolle kratzt, man nicht stricken oder häkeln kann und man auch mit einem entwirrten Wollknäuel nichts anzufangen weiß.

Ressourcenschonung oder Beschäftigungstherapie?

Haben wir uns die Wolle aber einmal gekauft, weil wir sie als schön und wertvoll erachtet haben, so war es bestimmt keine Absicht, so schlecht auf sie zu achten, dass sich nun ein schier nicht zu entwirrender Knoten ergeben hat. Vorwürfe sind demnach fehl am Platze. Ebenso unsinnig wäre es aber auch, die verknotete Mitte des Knäuels einfach zu negieren, um mit den freien Enden das Stricken oder Häkeln zu beginnen.

Zwar würde man etwas tun und könnte sich sagen, dass man die Potentiale und Ressourcen nun endlich nutzen würde, gleichermaßen würde man allerdings sehenden Auges auf die Verhärtung/Verknotung im Inneren zusteuern, nur um dann nach bereits getaner Arbeit festzustellen, dass dieses Vorgehen Blödsinn war: Entweder man wirft nun alles weg (Begonnene Arbeit und verknotete Restressourcen), oder aber man macht die Arbeit zunichte indem man das Werkstück wieder auftrennt, was notwendig ist, denn ohne freiliegenden Faden kann man die Verknotung im Inneren nicht lösen, oder aber man zerschneidet die Verbindung zwischen Werkstück und Restknäuel, in der Hoffnung, sie später wieder flicken zu können.

Das Leben ist kein Ponyhof - aber auch kein Strickkreis

Auch unser Leben konfrontiert und mit Wollknäueln an Herausforderungen. Wenn wir diese erkennen, dann sollten wir uns fragen, ob wir mit der Ressource (verhedderte Wolle) überhaupt etwas anfangen WOLLEN. Wenn nein, dann vielleicht wirklich einfach das Knäuel wegschmeißen.
Wenn ja, dann müssen wir uns darüber im Klaren sein, dass wir zunächst das Gewirr lösen müssen, um etwas Neues zu kreieren. Zur Entwirrung benötigen wir noch ein paar freie Fäden (verbliebende Ressourcen), die nicht auf Spannung sind. Nur dann haben diese genügend Spielraum, dass wir sie zur Entwirrung des Knoten im Inneren nutzen können.

Mit Schirm, Charme und Melone

Altmodisch und überholt?

Zugegeben, den meisten wir die Aussicht auf eine saftig-süße Wassermelone besser gefallen, als sich eine Person mit Schirm (Charme) und Melone vorzustellen. Charme hin oder her.
Charme und Koketterie sind allerdings niemals überholt. Nicht im Zwischenmenschlichen und nicht mal in den Businessbeziehungen.

Freunde klarer Worte

Es ist nicht immer einfach die Balance zwischen "Gewäsch" (eine Sonderform des Small-Talks) und angenehmer Ausschmückung notwendig zu besprechender Sachlagen zu halten. Ein bisschen wie die Wahl der Pflasterentfernung: Kurz und schmerzhaft, oder langsam und behutsam (was den Schmerz manchmal nur über die Maßen in die Länge zieht)?
Zunächst muss man sich selbst damit wohlfühlen und sollte - der Authentizität geschuldet - sich nicht verbiegen wollen, um jemand anderem zu gefallen. Auf der anderen Seite darf man dem Interessenten doch gerne mit ein wenig Charme als Zuckerguss der Sachinhalte entgegenkommen.
 

Zu viel Pragmatismus killt die Beziehung

Wer in ein Autohaus kommt, will wahrscheinlich ein Auto kaufen. Wer eine Kursstunde absagt, wird seine Gründe haben. Wer ein Restaurant betritt, hat dies hoffentlich freiwillig getan und wenn man sich zum berühmt-berüchtigten 3. Date verabredet, kann man das Date vorher doch auch gleich weglassen, oder?
Prinzipiell ja, aber dann geht der Reiz des Spiels verloren. Wer nun entgegnen mag, dass Business eben kein Spiel ist und das Leben kein Ponyhof, der ist wahrlich nüchtern. Danke, das wussten wir alle bereits vorher, aber es wäre doch so ab und an schön, die Illusion aufrecht zu erhalten und einfach mitzuspielen.

Leicht angeheitert

Manchmal wollen wir aber eben nicht alles nüchtern betrachten, sondern bewusst leicht angeheitert durch den Tag gehen. Damit ist das wohlige Gefühl des umgarnt werdens, des gemocht werden, des sich um einander Bemühens gemeint, nicht der Genuss von Alkohol. Angeheitert klingt nach Sonnenschein, der ist meist beim Wetter eher willkommen als graues Novemberwetter.

Grenzen überschreiten

Wenn Grenzen überschritten werden, wenn Charme und Koketterie - egal auf welcher Seite - missverstanden und fehlinterpretiert werden, dann sind klare Worte notwendig. Ansonsten ist das Gefühl des Umworben-Werdens eine Streicheleinheit für unser Ego, die niemandem weh tun sollte.